VEMA Systemkonzept für den Verkehrsdatenverbund der Region Wien
Aufgabe
des Projektes war zu definieren, wie die für das geplante dynamische, intermodale Verkehrsmanagement (VEMA) der Region Wien (Ostregion) erforderlichen Verkehrsdaten in einen gemeinsamen Datenverbund zusammengeführt, verwaltet und verwerte t werden können. Die umfangreichen und komplexen Daten liegen derzeit an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Formaten vor. Die geplanten Datenflüsse und Prozesse sowie die Rollen und Berechtigungen der Beteiligten sollen ein Gesamtsystem mit wechselseitigen Vorteilen und Synergien für die VEMA-Partner ergeben; es sind dies das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie; das Bundesministerium für Inneres bzw. die Bundespolizeidirektion Wien; die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland; die Österreichischen Bundesbahnen; die ASFINAG; die Wiener Linien und der Verkehrsverbund Ostregion.
Ziel
des Verkehrsdatenverbunds ist es, bis zum Jahr 2010 ein dynamisches, intermodales, vollständiges und aktuelles Verkehrslagebild verfügbar zu haben. Diese Informationen werden das im Masterplan Verkehr Wien 2003 verankerte umfassende Verkehrs- und Mobilitätsmanagement ermöglichen. Den BürgerInnen sollen all jene Informationen, die sie zu einer Änderung ihres Mobilitätsverhaltens veranlassen könnten, zugänglich gemacht werden. Für die Wirtschaft werden Basisinformationen, die sie dabei unterstützt, ihre Transporte effizienter zu gestalten, bereitgestellt. Das Verkehrslagebild berücksichtigt alle Modi, die Verkehrsdaten werden in einem einheitlichen Verkehrsbezugssystem verortet und d ie Verkehrslage wird flächendeckend für das gesamte Verkehrsnetz dargestellt. Das Verkehrslagebild bildet sowohl den momentanen Verkehrszustand als auch kurz- und längerfristige Prognosen der Verkehrslage ab.
Ergebnisse
Ausgehend vom Ziel des Verkehrsdatenverbunds, der voraussichtlichen Verfügbarkeit der Daten und von wichtigen Ereignissen, wie die Modernisierung der Wiener Verkehrsleitzentrale (2004 – 2006) oder die Inbetriebnahme der Verkehrsbeeinflussungsanlage der ASFINAG für den Bereich Wien (2006) wurden drei grundlegende Ausbauphasen festgelegt:
Ausbauphase 1: "Graf" (bis Ende 2005)
In Phase 1 wird der intermodale VEMA-Graf aufgebaut und erste darauf basierende Anwendungen werden realisiert. Im Projekt VEMA Systemkonzept wurde ein konzeptionelles Datenmodell für den Verkehrsdatenverbund in Abstimmung mit den Partnern entwickelt. Die Abläufe für die Erstellung und laufende Aktualisierung des Grafen wurden geplant und beschrieben. Die Umsetzbarkeit des entwickelten Modellkonzepts wurde in einer prototypischen Bearbeitung geprüft. Die Schnittstellen, über die Zustands- und Ereignismeldungen im Datenverbund verwaltet werden, wurden spezifiziert; ebenso die Protokolle, über welche die Partner auf die Informationen im VEMA-Datenverbund zugreifen können. Der VEMA-Graf ist routingfähig. Da in Phase 1 zeitaktuelle Ereignis- und Verkehrszustandsdaten nur teilweise verfügbar sind, wird ein statischer Router implementiert. Durch die Integration verkehrsrelevanter Datenbestände wie Detektionsdaten, Floating Car Daten und Baustellendaten entsteht ein erster Prototyp eines Verkehrslagebildes. Für den Export von modalen und regionalen Teilgrafen (beispielsweise Verkehrsmodellgraf) wird ebenfalls ein Prototyp entwickelt. Die öffentliche Verkehrsinformation ist eine wesentliche Aufgabe von VEMA; sie wird laufend verbessert, der Aufbau eines VEMA-Web-Portals ist vorgesehen. Der Aufbau des Verkehrsdatenverbunds erfordert eine umfassende organisatorische Unterstützung, die von der VEMA-Organisation wahrgenommen wird. Die Gründung dieser Organisation ist für 2005 geplant.
Ausbauphase 2: "Verkehrslagebild" (bis Ende 2007)
In Phase 2 werden die Daten zum vollständigen, dynamischen Verkehrslagebild verdichtet und eine dynamische Routensuche wird implementiert; dabei werden intermodale Wege gefunden, welche zeitaktuelle Informationen wie Staumeldungen, Umleitungen oder Störungsmeldungen des öffentlichen Verkehrs berücksichtigen. Die dynamischen Verkehrsinformationen werden archiviert und können statistisch ausgewertet werden, sie ermöglichen auch ein Umweltmonitoring. Ab Phase 2 stellt die VEMA-Organisation Basisdaten für Verkehrsinformationsdienste bereit.
Ausbauphase 3: "Prognose" (bis Ende 2009)
In Phase 3 werden die Simulation und die Prognose der Verkehrslage implementiert, das dynamische, intermodale Routing, das Umwelt- und Verkehrsmonitoring werden weiterentwickelt und die öffentliche Verkehrsinformation wird um die Prognose der Verkehrslage erweitert.
Details
Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, MA 14 - ADV
Projektkoordination: Johann Fiby, Marianne Leitgeb-Zach
Bearbeitungszeitraum: 2003 - 2004

