FSV-Seminar "Grenzen"
Am 10. und 11. November 2006 fand in Rust auch heuer wieder das von uns organisierte FSV-Seminar "Grenzen" statt. Beim Seminar ging es um Grenzen des Verkehrs, der Umweltbelastungen und Grenzen der Prognosen und Prognosemodelle.
80 Teilnehmer und Teilnehmerinnen nahmen an der Veranstaltung teil und diskutierten mit 14 Referenten über das Thema "Grenzen im Verkehr".
Die Vorträge zeigten uns auch heuer wieder, wie wir Verkehrsplaner uns auf Diskussionen mit Psychologen, Volkswirten und anderen Experten einlassen können und müssen, die Impulse für unser Denken und Handeln liefern.
Cornelia Ehmayer, Stadtpsychologin von Wien, sprach über das "männliche" Wesen Verkehr und wie wir Planer das Verkehrsverhalten der Menschen beeinflussen können, und zeigte zugleich auch auf, wie schwierig dies ist. Georg Hauger, TU Wien, gab einen philosophischen Einblick in das Thema "Grenzen" und sprach im Speziellen über Grenzen bei der Planung. Im zweiten Themenblock der Tagung ging es um Grenzen der Prognosen und Prognosemodelle. Thomas Spiegel, BMVIT, und Andreas Käfer, Trafico, berichteten von der Verkehrsprognose Österreich 2025+. Leider konnten noch keine Ergebnisse präsentiert werden, jedoch erläuterten die Referenten sehr ausführlich die Grundlagen und Eingangsdaten der Prognose sowie die Schwierigkeiten und Grenzen des Prognosemodells. Gerd Sammer, Universität für Bodenkultur, zeigte anhand konkreter Beispiele die Notwendigkeit eines Qualitätsmanagements für Prognoseverfahren auf. Die unterschiedlichen Verkehrsprognosen von und nach Osteuropa stellte Birgit Amon, Snizek + Partner, gegenüber. Cornelia Krajasits von ÖIR begeisterte mit einem Vortrag über bisherige regionale Prognosen und Konsequenzen in österreichischen Grenzregionen. Christian Trattner, Asfinag, erläuterte die Finanzsituation der Asfinag und die Bedeutung für den zukünftigen Infrastrukturausbau. Einen Einblick in die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs gab Leonhard Höfler vom Amt der Oberösterreichischen Landesregierung. Philipp Nagl von der WU Wien zeigte die Effizienz bzw. Ineffizienz von Schieneninfrastrukturprojekten anhand des Brennerbasistunnels auf. Stefan Bruntsch vom VOR und Christoph Westhauser von der Niederösterreichischen Landesregierung berichteten von der ITS Vienna Region und den Möglichkeiten eines multimodalen, grenzüberschreitenden Mobilitätsmanagements in der Wiener Ostregion. Zu Abschluss referierten Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur über den Beitrag des Verkehrs zur Klimaerwärmung sowie Ralf Risser, Factum OHG, über psychische und soziale Grenzen neuer technischer Systeme im Verkehr, wie zum Beispiel On Board Systeme, Einparkhilfen usw.
Am ersten Abend stand eine Weinverkostung mit Weinen von Feiler-Artinger auf dem Programm. Insgesamt verbrachten wir zwei schöne und sehr interessante Tage im noch nicht ganz winterlichen Rust.
Die Vorträge und Kurzfassungen können Sie bei der FSV bestellen.
