Transportströme der Lebensmittelwertschöpfungskette
Aufgabenstellung
Das Projekt „Fast Food Slow Food – Nachhaltige Kulturlandschaftsentwicklung durch Sustainable Food Chain Management“ wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst beauftragt; es ist ein Projekt der Phase 2 des Forschungsschwerpunkts „Nachhaltige Entwicklung der österreichischen Kulturlandschaft“. Auftragnehmer ist die ARGE Fast Food Slow Food, der neben der Rosinak & Partner ZT GmbH (Koordination des Gesamtprojekts) noch drei andere Forschungsinstitute angehören.
Das Projekt „Fast Food Slow Food“ untersucht Landschaftswirkungen des Ernährungsverhaltens und der Lebensmittelwirtschaft. Dabei wird die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette (LMWK) betrachtet, von der landwirtschaftlichen Produktion über die Verarbeitung, die Distribution, den Konsum bis hin zur Entsorgung; insbesondere werden die Material-, Stoff- und Transportströme erfasst und dargestellt. Ziel des Foschungsprojekts ist es, den Akteuren Anregungen zu liefern, wie sie die Lebensmittelwertschöpfung stärker nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit ausrichten können.
Die Transportstromanalyse der LMWK ist ein Beitrag von Rosinak & Partner zur Top-Down-Analyse, welche die erste Projektphase bildet.
Transportstromanalyse-Methode
Die Transportströme wurden entlang der LMWK möglichst vollständig erfasst und dargestellt, soweit es die Datenlage erlaubte. Dabei mussten auch Schätzungen vorgenommen und Plausibilitätsannahmen getroffen werden. Die LMWK wurde in vier Teilsysteme gegliedert, die Daten wurden akteursbezogen aufbereitet:
- Landwirtschaftliche Urproduktion
- Verarbeitung und Handel
- Endverbraucher (Gastronomie/Großküchen und Haushalte)
- Entsorgung der Endverbraucher
Als räumliches Bezugssystem wurde Österreich bestimmt: Die Transportströme jener Lebensmittel, die in Österreich produziert oder verbraucht wurden, wurden erfasst – soweit dies möglich war, auch für die Wegstrecken außerhalb Österreichs.
Als Indikatoren der Transportströme wurden das Transportaufkommen (in Tonnen) und die Transportleistung (in Tonnenkilometern) dargestellt. Mit Hilfe von Beladungsgraden, Verbrauchs- und Emissionsfaktoren konnten daraus die Verkehrsemissionen abgeschätzt werden.
Ergebnisse
- Die Transportleistung ist in den letzten dreißig Jahren weit stärker gestiegen als das Transportaufkommen. Dies ist in erster Linie auf eine Vergrößerung der räumlichen Distanzen zurückzuführen.
- Die Transportleistung wird vom zu einem Drittel vom LKW und zu 45% vom Hochseeschiff erbracht.
- Die größten Emittenten von Luftschadstoffen und klimawirksamen Gasen sind LKW, PKW und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, während Bahn, Binnenschiff und Hochseeschiff zusammen nur 5% der Gesamtemissionen verursachen.
- Der durchschnittliche jährliche Lebensmittelverzehr eines Österreichers (ca. 650 kg) verursacht 215 kg CO2-Emissionen allein durch Transporte.
- Auf jeden Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche kommen jährlich 530 Tonnen CO2 durch Transporte.
Ausblick auf die weitere Arbeit
In einer weiteren Projektphase wurden Szenarien der zukünftigen Lebensmittelwirtschaft („Slow Food World – Fast Food World“) erarbeitet und ihre Landschaftswirkungendargestellt. In einem Fallbeispiel wurden produktbezogene Material-, Stoff- und Transportströme detaillierter dargestellt. Schließlich wurden Maßnahmen im Sinne eines „Sustainable Food Chain Management“ gemeinsam mit Akteuren der Lebensmittelwirtschaft erarbeitet.
| Jährliche Transportstöme der Lebensmittelwertschöpfungskette | ||||||
| Akteure | Transportaufkommen in Mio. t |
Transportleistung in Mio. tkm |
CO2-Emissionen in 1000 t |
|||
| abs | % | abs | % | abs | % | |
| Landwirtschaftliche Betriebe | 53,3 | 50 | 200 | 1,0 | 151 | 7 |
| Handels- und Verarbeitungsbetriebe | 45,2 | 42 | 18.525 | 98.5 | 1.361 | 66 |
| Endverbraucher | 6,8 | 6 | 33 | 0,2 | 522 | 26 |
| Entsorgung Endverbraucher | 1,6 | 2 | 48 | 0,3 | 19 | 1 |
| Summe | 106,9 | 100 | 18.806 | 100 | 2.053 | 100 |
Details
Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst
Projektkoordination: Helmut Hiess
Bearbeitung: Helmut Hiess, Eva Favry
Bearbeitungszeitraum: Jänner 2000 – März 2002

