Forschung zum Mitmachen

Suburbanisierungsprozesse im ländlichen Raum

Aufgabenstellung

Das Projekt „Forschung zum Mitmachen“ wurde im Rahmen des Kulturlandschaftsforschungsprogrammes im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft bearbeitet. Das Forschungsthema waren Suburbanisierungsprozesse im ländlichen Raum. Methodisch wurde ein transdisziplinärer Ansatz verfolgt: Das Wissen von ForscherInnen und BeraterInnen sollte mit dem Wissen der lokalen Akteure verbunden werden. Als zusätzlicher Vermittler im Beteiligungsprozess war der ORF als Projektpartner eingebunden.

Projektpartner

Für das Projekt wurden die Städte Horn und Weiz als lokale Partner gewählt. Das Projekt erfolgte gemeinsam mit der ÖAR Regionalberatungs GmbH (Projektleitung), dem Institut für Ökologie und Naturschutz der Universität Wien, dem Interuniversitären Institut für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, der Regionalberatungsfirma Wallenberger & Linhard GmbH Horn, dem Weizer Energie-Innovations-Zentrum W.E.I.Z, der Firma M1 – Multimedia und dem ORF.

Suburbanisierung

kann als Ergebnis der Durchsetzung individueller Nutzenkalküle verstanden werden, wobei aber kollektive Unzufriedenheiten entstehen. Einfamilienhausanlagen am Stadtrand, Einkaufszentren, Industrieparks, Kino- und Freizeitzentren im städtischen Weichbild verbrauchen Freiraum, belasten die Kommunen mit hohen Infrastrukturfolgekosten und sind Verkehrserreger erster Ordnung. Die Kehrseiten der Medaille sind Verfallserscheinungen in den Stadtkernen und in den peripheren Ortschaften: Abwanderung, ungenutzter Wohnraum, Stadterneuerungsprobleme und Absterben des Einzelhandels.

Ziel des Projektes

Ziel des Projektes war es, basierend auf einer gemeinsamen Wahrnehmung des Phänomens die kollektiven Handlungsformen als korrektiv individueller Nutzenkalküle zu stärken.

Wir entschieden uns für eine dreistufige Vorgangsweise an beiden Standorten:

  • Diagnosephase
  • Aktivierungsphase
  • Integrationsphase

Wir kombinierten bereits bekannte und erprobte Methoden. Beide zielen auf eine Veränderung der Realitätssicht und der Handlungsbereitschaft lokaler AkteurInnen ab.

Auszeichnungen

Das Projekt wurde auf der Züricher Transdisziplinaritätskonferenz an der ETH Zürich im März 2000 der „scientific community“ präsentiert. Aus 250 eingereichten Projekten wurde das Projekt „Forschung zum Mitmachen“ durch eine Jury des Schweizer Nationalfonds für Technologie nicht nur gemeinsam mit neun an deren Projekten mit einem Diplom ausgezeichnet, sondern es gewann auch den „Internationalen Transdisciplinarity Award“ als bestbewertetes Projekt im Bereich „Gesellschaftliches Lernen“. Schließlich erhielt das Projekt noch einen Sonderpreis für „besondere Risikofreude“.

Details

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst
Projektleitung: ÖAR Regionalberatungs GmbH
Projektkoordination: Helmut Hiess
Bearbeitungszeitraum: Jänner 2000 – Februar 2001