Nachhaltige alpine Kulturlandschaftsentwicklung im Grenzgebiet Österreich – Slowenien
Ausgangslage
Der Aufholprozeß der Reformländer und großräumige Entwicklungstendenzen in Europa (Agenda 2000, Globalisierung etc.) lassen in den nächsten 20 Jahren tiefgreifende Veränderungen in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft erwarten. Besonders betroffen von diesen Veränderungen sind die Grenzregionen zu den Reformländern.
Ziele
Das Forschungsvorhaben zielte darauf ab, auf der Grundlage bestehender Entwicklungen in den Bereichen Verkehr, Raumstruktur und Kulturlandschaft Chancen und Risiken, Handlungsoptionen und -notwendigkeiten vor dem Hintergrund eines künftigen EU-Beitritts Sloweniens aufzuzeigen. Darauf aufbauend sollten konkrete Maßnahmen- und Umsetzungsvorschläge auf regionaler Ebene erarbeitet werden.
Methoden
Bei der Durchführung des Vorhabens hat das Team auf Methoden zurückgegriffen, die bereits bei anderen Projekten im Rahmen des Österreichischen Forschungsschwerpunkts Kulturlandschaft verwendet wurden: die Gemeindetypen nach Bätzing (Modul MU4), das Verkehrsmodell Mobidyn (Modul SU2), die Kartierung von Landschaftselementen (Jungmeier 1997) und die Methode der Zukunftsbilder und -geschichten (Begleitmodul „Szenarien der Kulturlandschaft“).
Arbeitsprogramm
Zunächst analysierten wir das grenzüberschreitende Untersuchungsgebiet im Hinblick auf die raumstrukturelle, die verkehrliche und die ökologische Entwicklung. Danach erstellten wir Szenarien für die zukünftige Entwicklung bis zum Jahr 2020 und bereiteten diese in Form von Eckdaten, Zukunftsbildern und -geschichten auf. Im Rahmen zweier Workshops in der Grenzregion (Feistritz ob Bleiburg und Crna na Koroškem) diskutierten wir unsere Einschätzungen mit TeilnehmerInnen aus der Region. Die Workshop-TeilnehmerInnen beiderseits der Grenze entwickelten in einem dritten Workshop gemeinsam neue Ideen und Vorschläge für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Ergebnisse
Basierend auf den Erkenntnissen unserer Analysen und den Workshop-Ergebnissen erarbeiteten wir in der letzten Projektphase einen Maßnahmenkatalog, der 8 ausgewählte Vorschläge enthält, die wir für die Umsetzung der Forschungsergebnisse im Rahmen der neuen Förderperiode der EU-Programme Interreg, Phare CBC, Ziel 2 Neu und Leader+ als zweckmäßig erachten. Diese Vorschläge wurden allen Workshop-TeilnehmerInnen zur Stellungnahme übermittelt und im Oktober 2000 im Amt der Kärntner Landesregierung präsentiert. Die Vorschläge lauten:
- Neue Perspektiven für die Landwirtschaft in der Grenzregion
- Nachhaltige Holzproduktion, -verarbeitung und -vermarktung
- Grenzüberschreitendes Tourismuskonzept für die Petzenregion
- Grenzüberschreitendes Kulturlandschaftsprogramm in der Petzenregion
- Grenzüberschreitendes Entwicklungskonzept für die Achse Wolfsberg - Bleiburg - Ravne - Celje
- Grenzüberschreitende Perspektiven für die Jugend
- Grenzüberschreitende Zukunftsworkshops
- Neue Medien als Chance für die Menschen in der Grenzregion.
Parzelle Ruttach, Gemeinde Feistritz ob Bleiburg 1990
Zukunftsbild Parzelle Ruttach 2020
Details
Auftraggeber: Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr (BMWV), Ost-West Fonds
Projektbearbeitung: Regional Consulting, E.C.O. Klagenfurt, Urban Planning Institute Ljubljana, University of Ljubljana, Biotechnical Faculty, Department of Forestry and Renewable Forest Resources
Projektkoordination: Wolfgang Pfefferkorn (Rosinak & Partner, RC)
Projektdauer: 1998 - 2000

