Teilmodul Raumstruktur und Regionalwirtschaft
Ziele
Dieses Forschungsprojekt, das im Rahmen des österreichischen Forschungsschwerpunkts „Kulturlandschaft“ durchgeführt wurde, beschäftigte sich mit den raumstrukturellen und regionalökonomischen Rahmenbedingungen und Einflußfaktoren, die für die Entwicklung der alpinen Kulturlandschaft von Bedeutung sind.
Räumliche und zeitliche Abgrenzung
Das Gesamtuntersuchungsgebiet umfaßte den westösterreichischen Alpenraum mit den Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Als Vertiefungsregion diente der Bregenzerwald. Im Bregenzerwald selbst wurden die Gemeinden Hittisau, Egg, Schoppernau und Damüls als Testgemeinden ausgewählt. Der Analysezeitraum erstreckt sich von 1971 bis 1991, als Zukunftshorizont wurde das Jahr 2020 gewählt.
Methoden
Die Beschreibung der raumstrukturellen Veränderungen basierte auf regionalen und lokalen Entwicklungstypen nach Bätzing et al, für die Beschreibung der Zusammenhänge zwischen raumstrukturellem Wandel und der Veränderung der Kulturlandschaft verwendeten wir ein Set aus 18 Indikatoren.
1971
1991
Die Entwicklung zwischen 1971 und 1991
Die Verflechtungen auf regionaler Ebene haben deutlich zugenommen. Damit verbunden war eine zunehmende funktionelle Spezialisierung der Gemeinden, die durch folgende Trends beschrieben werden kann:
- Ausgeglichene Entwicklung (grau, ca. 10 % aller Gemeinden)
- Zentrendominierte Entwicklung (rot, lila, ca. zwei Drittel aller Gemeinden)
- Touristische Entwicklung (gelb, ca. 10 % aller Gemeinden).
Raumstrukturelle Veränderungen im westösterreichischen Alpenraum bis 2020
Bei den drei genannten Entwicklungstrends können bis zum Jahr 2020 folgende Veränderungen der Kulturlandschaft erwartet werden:
Die Agglomerationsgebiete werden bis 2020 die Hauptgewinner sein. Dazu zählen: das Rheintal, das Inntal, der Raum Salzburg. Diese Regionen verzeichnen die höchsten Bevölkerungs- und Arbeitsplatzzuwächse. Hier treten Intensivierungs- und Konzentrationsprozesse am stärksten zu Tage. Der Agrarsektor verliert in diesen Gebieten zunehmend an Bedeutung.
Jene Gebiete hingegen, die keine eigenen wirtschaftlichen Impulse setzten können, werden in Zukunft verstärkt von den Zentren abhängig sein. Am stärksten gefährdet erscheinen in dieser Hinsicht das Große Walsertal, Hanggemeinden des Inntals, große Teile Osttirols und der Lungau. Aus Mangel an Alternativen wird der Agrarsektor weiterhin eine Pufferfunktion innehaben, Extensivierungstendenzen und Waldzunahme werden in der Landschaft deutlich zutage treten.
Der alpenweite Konkurrenzkampf zwischen den hochentwickelten Tourismusgebieten wird härter. Nur wenige Regionen werden in diesem Wettbewerb bestehen. Dazu zählen voraussichtlich: Arlberg, Montafon, Ötztal, Zillertal, Raum Kitzbühl und Gasteinertal. Wo sich für die Almwirtschaft eine Kombination mit dem Tourismus ergibt, ist eine Weiterexistenz der Landwirtschaft, allerdings nur in Verbindung mit extensiven Bewirtschaftungsformen möglich.
Maßnahmenvorschläge
Sie haben zum Ziel, raumstrukturelle und regionalwirtschaftliche Prozesse so zu beeinflussen, daß eine mittelfristige Sicherung der Alpwirtschaft unterstützt werden kann. Die wichtigsten Empfehlungen sind:
- Abschwächung der Polarisierung zwi-schen Zentrum und Peripherie
- Die Vorteile der Peripherie vermarkten: aus der Not eine Tugend machen
- Stärkung der Funktionsmischung gegen-über der Funktionstrennung
- Stärkung der regionalen Zusammenar-beit (wirtschaftlich und institutionell)
- Stärkung der regionalen Institutionen
- Stärkung der Ordnungs- und Entwick-lungsinstrumente
- Konzentration der EU Strukturpolitik auf regionale Innovationsprozesse
- Verbesserung lokaler und regionaler Organisations- und Ablaufprozesse
- Bewußtseinsbildung, Wissenstransfer, Wissensmanagement.
Details
Auftraggeber: Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr (BMWV), Ost-West Fonds
Projektbearbeitung: Regional Consulting, E.C.O. Klagenfurt, Urban Planning Institute Ljubljana, University of Ljubljana, Biotechnical Faculty, Department of Forestry and Renewable Forest Resources
Projektkoordination: Wolfgang Pfefferkorn (Rosinak & Partner, RC)
Projektdauer: 1998 - 2000

