TRANSPARENT

TRANSdisziplinäre und PARtizipative Forschung und Praxis für eine zukunftsfähige ENTwicklung

Ausgangssituation

Partizipative Planung und Forschung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sowohl in der Wissenschaft als auch in der Planung wird Zusammenarbeit groß geschrieben. In der Kulturlandschaftsforschung, in den EU-Forschungsprogrammen und in Initiativen wie etwa Natura 2000, LEADER+ oder in der Lokalen Agenda arbeiten große inter- und transdisziplinäre Teams zusammen: Partizipation als Top-Down Konzept.

Auf der anderen Seite steht die breite Öffentlichkeit seit Beginn der Umweltbewegung in den 70er Jahren Planungsprojekten immer kritischer gegenüber. Was mit Zwentendorf und Hainburg begann, führte bis heute zu einer neuen Beteiligungskultur. Die Planung größerer Vorhaben der öffentlichen Hand wird immer öfter von Partizipationsprozessen begleitet.

PlanerInnen und ForscherInnen müssen sich dieser Wirklichkeit stellen, ihre Rolle in jedem Projekt wieder neu hinterfragen. Dabei geht es weniger um fachliche Überlegungen, sondern um die eigene Rolle im kooperativen Planungs- und Forschungsprozess. Bin ich PlanerIn? ForscherIn? ModeratorIn oder MediatorIn? Was bin ich wann? Wo liegen meine Aufgaben? Mit wem muss ich zusammenarbeiten? Im Rahmen welcher Vereinbarungen?

Projektkziele

TRANSPARENT war ein Syntheseprojekt im Rahmen des österreichischen Forschungsschwerpunkts "Kulturlandschaft" (KLF, siehe http://www.klf.at/). Das Projektteam bestand aus Margit Leuthold (IITF), Chistian Schrefel (17+4), Gerhard Kollmann und Wolfgang Pfefferkorn (Rosinak & Partner).

TRANSPARENT sollte das im Rahmen der Kulturlandschaftsforschung entstandene Erfahrungswissen über inter- und transdisziplinäre Kooperation in Forschung und Praxis zusammenfassen und an die Forschungsgemeinschaft und die Praxis (Planung, Verwaltung, Umwelt-NGO´s) zurück- bzw. weitergeben.

Projektablauf

Das TRANSPARENT-Team analysierte die vorliegenden KLF-Forschungsberichte, befragte ProjektleiterInnen, PlanerInnen und PraktikerInnen zu ihren Erfahrungen mit Beteiligungsprozessen und recherchierte zusätzliches Material sowie Fallbeispiele zu Beteiligungsprozessen, kooperativen Planungs- und Mediationsverfahren.

Im Sommer 2001 fand in Wien ein internationaler Workshop statt, bei dem die Zwischenergebnisse des TRANSPARENT-Projektes präsentiert und diskutiert wurden.

Ergebnis 1: "Reiseführer Partizipation"

Das Hauptergebnis des TRANSPARENT-Forschungsprojekts ist der "Reiseführer Partizipation". Dieser Reisführer ist eine Art Leitfaden zu Bürgerbeteiligung und kooperativer Planung. Er bezieht sich in erster Linie auf Österreich sowie weiterführend auf den deutschsprachigen Raum. Der Reiseführer Partizipation besteht aus einem theoretischen Einführungsteil mit Beiträgen von Rainer Maderthaner, Maria Nicolini und Reinhard Sellnow. Danach folgt ein Rückblick in die Geschichte der Bürgerbeteiligung in der Nachkriegszeit. Dabei geht es unter anderem um die ersten Höhepunkte partizipativer Planung in den 70er Jahren, um globale Prozesse wie Rio 1992, die Lokale Agenda und andere Initiativen betreffend die Nachhaltige Entwicklung.

In einem ausführlichen Methodenteil wird anschließend eine breite Palette unterschiedlicher partizipativer Methoden beschrieben. Die Beschreibungen enthalten eine kurze Darstellung der Methode selbst, deren Anwendungsmöglichkeiten und -grenzen, den Ressourcenbedarf, besondere Tipps sowie weiterführende Literatur. Der "Reiseführer Partizipation" erscheint Anfang des Jahres 2003 im Profil-Verlag.

Ergebnis 2: "Partizipationslabor"

Während der Arbeiten am "Reiseführer Partizipation" versuchte das TRANSPARENT-Team, die bisherigen Erkenntnisse im Rahmen von "Partizipationslabors" an VertreterInnen aus der Praxis, aus der Planung und Verwaltung, von Umwelt-NGO´s sowie an StudentInnen zu vermitteln. Die "Partizipationslabors" fanden in Kooperation mit der Österreichischen Ingenieur- und Architektenkammer, dem Forum Landschaftsplanung, dem Öko-Büro und der Universität für Bodenkultur statt. Sie dauerten ein bis eineinhalb Tage und bestanden aus einem praktischen und einem theoretischen Teil.

Im Praxisteil ging es darum, ausgehend von einer vorgegebenen Situation (z. B. konfliktträchtige Erweiterung eines Siedlungsgebietes) einen Partizipationsprozess zu entwickeln. Die TeilnehmerInnen nahmen bestimmte Rollen ein und stellten 2 Szenen des Partizipationsprozesses in Form eines Planspiels dar. Im Anschluss wurden die Szenen sowie der gesamte Prozess ausführlich gemeinsam reflektiert. Abschließend verglichen die TeilnehmerInnen ihre Spielerfahrungen mit den Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag. Die Reflexion wurde durch Theorieinputs von Seiten des TRANSPARENT-Teams ergänzt.

 

Details

Auftraggeber: BMBWK, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Projektbearbeitung: Eva Favry, Wolfgang Pfefferkorn
Projektdauer: 2001 - 2002