RUMBA

RUMBA - Richtlinien für umweltfreundliche Baustellenabwicklung

Bis November 2004 läuft in Wien das erste EU-geförderte Projekt für eine umweltfreundliche Baustellenabwicklung. Ziel ist, die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine umweltfreundliche Baustellenabwicklung unter fairen Wettbewerbsbedingungen zu verbessern und in Demonstrationsvorhaben die Umsetzbarkeit zu zeigen. Die beispielhaft umweltfreundlichen Bauprojekte und die parallel entstehenden Richtlinien für eine umweltfreundliche Baustellenabwicklung, kurz RUMBA, sollen EU-weit Modellcharakter für interessierte Städte und Gemeinden haben.

Ausgangslage und Aufgabenstellung

Der Bau einer Wohnung verursacht in Wien cirka sechzig LKW-Fahrten, bei denen etwa 2.800 Kilometer zurückgelegt werden. Im Durchschnitt wurden in den letzten Jahren 5.000 Wohnungen pro Jahr errichtet. Das bedeutet, dass alleine im Wiener Wohnungsbau 300.000 LKW-Fahrten mit 840 Millionen LKW-Kilometern im Jahr entstehen. Siebzig bis 75 Prozent des gesamten Abfallaufkommens entfällt auf Baurestmassen. Davon werden derzeit zirka 35 bis 40 Prozent wieder verwertet. Schwachpunkte sind Bauschutt mit nur 15 Prozent Verwertungsgrad und Baustellenabfälle mit nur 20 Prozent Verwertungsgrad.

Foto: SR DI Ralf Lhotzky, Magistrat der Stadt Wien

       

Projektträger von RUMBA ist die Stadt Wien, die Partner sind die MISCHEK Bau AG, die Firma Ökotechna - Entsorgungs- und Umwelttechnik Ges.m.b.H. und der Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds (WBSF). Rosinak & Partner unterstützen die Stadt Wien gemeinsam mit dem Österreichischen Ökologieinstitut und dem Büro raum & kommunikation bei der Projektorganisation und der inhaltlichen Bearbeitung der Rahmenbedingungen für eine umweltfreundliche Baustellenabwicklung.

Demonstrationsvorhaben

Nach Schaffung der entsprechenden Arbeits- und Informationsstrukturen für RUMBA im ersten Projektjahr 2002 startet mit Beginn 2003 die Umsetzung der Demonstrationsvorhaben. Das Projekt soll Ende 2004 abgeschlossen sein.

Im Demonstrationsvorhaben "Bahn statt LKW" wird die Firma Mischek Bau AG bei drei Wohnbauvorhaben versuchen, möglichst viele LKW-Kilometer durch die Nutzung der Bahn einzusparen. Die Firma Ökotechna wird unter dem Schlagwort "Umweltschonende Bauabwicklung" bei mehreren Baustellen eine optimierte Vorsortierung von Baurestmassen erproben, um den Anteil der Wiederverwertung von Materialien zu erhöhen und das Abfallaufkommen zu reduzieren. Der Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds (WBSF) wird Anfang 2003 bei einem großen Wohnbauvorhaben die Bauträger zu einem Wettbewerb zum Thema "Umweltfreundliche Baustellenabwicklung" einladen. Die besten Vorschläge und Konzepte sollen realisiert werden. Schließlich überprüft die Stadt Wien ihre Möglichkeiten, zur Verbesserung der Chancen für eine umweltfreundliche Baustellenabwicklung beizutragen. Dazu zählen zum Beispiel die Anpassung von Ausschreibungen bei Projekten der Stadt selbst oder die Ergänzung von Umweltkriterien bei der Vergabe von Förderungen.

Details

Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, MA 18
Projektskoordination: Helmut Hiess
Bearbeitungszeitraum: 2002 - 2004
Weitere Informationen: www.rumba-info.at