EWESO

Hochrangige Eisenbahnverbindung Wampersdorf - Eisenstadt - Sopron, Kooperatives Planungsverfahren

Ausgangslage

Der Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr hat gemeinsam mit den Landeshauptleuten des Burgenlands, Kärntens, Niederösterreichs, der Steiermark und Wiens eine Expertengruppe "Ausbau-Varianten Südbahn" eingesetzt, die Entscheidungsgrundlagen für einen Konsens über den Ausbau des Gesamtsystems Südbahn erarbeiten sollte.
Ein Zwischenbericht der Expertengruppe wurde im September 1998 vorgelegt. Er enthält u. a. die Empfehlung, die Bahnlinien Wien - Flughafen VIE - Wampersdorf und Wampersdorf - Eisenstadt - Sopron möglichst schnell als hochrangige Bahnverbindungen auszubauen.

Aufgabenstellung

Das kooperative Planungsverfahren EWESO - Hochrangige Eisenbahnverbindung Wampersdorf - Eisenstadt - Sopron wurde im September 1999 begonnen. Die Aufgabe war, einen Korridor für diesen Streckenabschnitt vorzuschlagen, der den weiteren Planungen zu Grunde gelegt werden kann. Rosinak & Partner wurden von der HL-AG mit der Projektsteuerung (Organisation, Moderation, Berichtswesen) des Planungsverfahrens beauftragt.

Variantenbeurteilung

Die Planung wurde auf den nördlich angrenzenden Streckenabschnitt nach Wien abgestimmt, der im Planungsverfahren EWIWA - Eisenbahnverbindung Wien - Flughafen VIE - Wampersdorf behandelt wurde.
Auf Grundlage der vorweg festgelegten Rahmenbedingungen hinsichtlich des Betriebes, des Ausbauzustandes und der Schnittstellen wurden zwei Netzalternativen und sieben Trassenkorridore entwickelt und systematisch in Form einer Wirkungsanalyse beurteilt.

Empfehlungen

Vorschlagskorridor: Die Wirkungsanalyse ergibt deutliche Vorteile für einen Korridor, der westlich der Autobahn A3 verläuft. Im Bereich von Eisenstadt wird dieser Trassenkorridor in Richtung der Landeshauptstadt erweitert, sodass für den neuen Bahnhof Eisenstadt auch eine stadtnähere Lage östlich der A3 in den weiteren Planungen untersucht werden kann. Vor Sopron bindet der Vorschlagskorridor westlich des Bf Sopron-Déli in die Strecke aus Mattersburg ein. Die Schnittstellen des EWESO-Vorschlagkorridors sind der Knoten Wampersdorf im Norden und der Hauptbahnhof von Sopron im Süden.

Schlüsselprojekte sind die Querung der Leitha südlich des Knotens Wampersdorf und der neue Bahnhof Eisenstadt. Der Investitionsbedarf des Vorschlagskorridors beträgt ca. 4,5 Mrd. öS (330 Mio. Euro).

Fristigkeiten bzw. Verkehrswirksamkeiten

Die EWESO-Trasse könnte innerhalb von 10 Jahren realisiert werden, wobei ab 2007/8 eine leistungsfähigere Bahnverbindung nach Wien über die Pottendorfer Linie verfügbar ist. Abgestimmt auf EWIWA kann ab 2010/12 ein Verkehrsangebot über den Flughafen VIE realisiert werden, der Bf Wien Hbf dürfte erst nach 2015 verkehrswirksam sein. Dadurch ergeben sich für das EWESO-Verkehrsangebot drei Betriebsstufen, wobei die Attraktivität im Personennah- und -fernverkehr mit jeder Betriebsstufe zunimmt.

Wirkungen der EWIWA-Strecke

Die lokalen und regionalen Erreichbarkeiten werden durch attraktive Verknüpfungen mit dem ÖPNV-Netz und dem Straßennetz (Park & Ride) deutlich verbessert, vor allem durch den "Bf Eisenstadt neu". Aus nationaler Sicht sind die verbesserte Anbindung der burgenländischen Landeshauptstadt hervorzuheben, die Anbindung des Nordburgenlandes an den Flughafen VIE, die erhöhte Leistungsfähigkeit im Ost-West-Korridor und die Anbindung der Region Sopron / Szombathely an die Region Wien.

Aus internationaler Sicht stellt die EWESO-Strecke als Teil des Donau-Korridors eine strategisch wichtige Verbindung von TEN-Strecken und TINA-Korridoren her. Der verkehrswirtschaftliche Nutzen der EWESO-Strecke ergibt sich durch die deutlich verbesserte Erreichbarkeit des Nordburgenlandes und der Region Sopron / Szombathely, was zur internationalen Stärkung der "Region Wien" beiträgt.

Details

Auftraggeber: Hochleistungsstrecken-AG
Projektkoordination: Werner Rosinak, Michael Szeiler
Bearbeitungszeitraum: September 1999 - August 2000