Verkehrs- und Umweltuntersuchung
Das Bauprojekt
Das Projekt "MesseWienNeu" im Nordteil des Messegeländes im 2. Wiener Gemeindebezirk umfasst die Errichtung neuer Messe- und Veranstaltungshallen und die Schaffung jener Infrastruktur, die für einen modernen Messe- und Kongressbetrieb erforderlich ist. Der Entwurf stammt von Architekt Peichl.
Es werden drei neue Ausstellungshallen, eine Mehrzweckhalle, ein Kongresszentrum und ein Verwaltungsgebäude errichtet. Die Veranstaltungshallen werden mit der nach Aspern verlängerten U-Bahnlinie U2 über zwei Stationen (Messe und Trabrennstraße) erreichbar sein. Für den motorisierten Individualverkehr werden insgesamt 4.500 Stellplätze in zwei neuen Parkhäusern, einer Erweiterung der bestehenden Tiefgarage und auf einem bestehenden Parkplatz zur Verfügung stehen.
Quelle: Büro Mittnik
Aufgabenstellung
In der von der Reed Messe Wien, des Generalplaners (FCP Fritsch, Chiari & Partner ZiviltechnikerGmbH) und des Magistrats der Stadt Wien, MA21A beauftragten Verkehrs- und Umweltuntersuchungen wurden bzw. werden
- die Verkehrserzeugung der geplanten Nutzungen ermittelt;
- die Leistungsfähigkeit der maßgebenden Kreuzungen am Handelskai, in der Ausstellungsstraße und in der Vorgartenstraße in der Morgen- und Abendspitze untersucht;
- die Ein- und Ausfahrten der Parkhäuser und der Tiefgarage auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft und optimiert;
- die Leistungsfähigkeit der maßgebenden Kreuzungen in der Trabrennstraße, in der Ausstellungsstraße und in der Vorgartenstraße in der Zu- und Abfahrtsspitze des Messeverkehrs untersucht;
- die bestehenden Lärm- und Schadstoffimmissionen im Untersuchungsgebiet analysiert;
- die durch das Bauvorhaben verursachten Zusatzimmissionen bestimmt, beurteilt und Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte vorgeschlagen.
Verkehrsuntersuchungen
Alle berücksichtigten Bauvorhaben erzeugen an einem Werktag ca. 40.600 Fahrten, die MesseWienNeu ca. 8.900 Fahrten im motorisierten Individualverkehr. Die größten Verkehrsbelastungen treten in der Nachmittagsspitze mit ca. 4.300 Zu- und Abfahrten auf, die allerdings über ein Gebiet von ca. 4,7 km² verteilt sind. Die größten Verkehrsbelastungen durch die MesseWienNeu treten an einem Wochenende mit ca. 1.900 Zu- und 1.100 Abfahrten in der Zufahrtsspitze zwischen 13 und 14 Uhr auf. In der Folge werden die wesentlichsten Maßnahmen im öffentlichen Straßenraum bis zum Jahre 2010 angeführt:
- Rückbau der Ausstellungsstraße auf zwei Fahrstreifen stadtauswärts und ein Fahrstreifen stadteinwärts nach Einstellung der Straßenbahnlinie 21 bei Betriebsbeginn der verlängerten U-Bahnlinie U2;
- Ganzjährige Sperre der Kaiserallee und der Messestraße;
- Verlängerung der Schrotzbergstraße als Zufahrt zum Parkhaus West und eine neue Verkehrslichtsignalanlage (VLSA) an der Kreuzung mit der Ausstellungsstraße;
- Vierstreifiger Ausbau der Machstraße bis zur Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage, Neugestaltung des Elderschplatzes und eine neue Verkehrslichtsignalanlage an der Kreuzung Machstraße / Vorgartenstraße;
- Fußgängerfreundliche Neugestaltung der Südportalstraße;
- Neugestaltung der Trabrennstraße mit Fuß- und Radwegen und neuen Verkehrslichtsignalanlagen an der Ausfahrt des Parkhauses Ost und der Lieferzu- und -abfahrt Messe;
- Durchfahrtssperre in der Vorgartenstraße für den motorisierten Individualverkehr zwischen Trabrennstraße und Machstraße;
- Ausbau der Kreuzung Handelskai / Meiereistraße;
- Verlängerung der Trabrennstraße zum Handelskai mit neuer Verkehrslichtsignalanlage am Handelskai;
- Ausbau des Knotens Handels-kai / A23
- Verlängerung der Buslinien bis zur U-Bahnstation Trabrennstraße.
Lärmuntersuchung
- Bestand. Die Lärmsituation ist vom Straßenverkehr am Handelskai geprägt. Die Planungsrichtwerte für den Dauerschall- und den Grundgeräuschpegel werden sowohl am Handelskai (um ca. 17 dB), in der Vorgartenstraße (um ca. 15 dB) als auch in der Ausstellungsstraße (um ca. 10 dB) überschritten.
- Projektbezogene Zusatzimmissionen. Der durch die Tiefgarage verursachte Verkehrslärm führt zu keiner unzulässigen Erhöhung des bestehenden Lärmniveaus. Auf Grund der Emissionen des Parkhauses West sind Schallschutzmaßnahmen an der Nordwestfassade des geplanten Hotels erforderlich. Gegenüber der Ein- und Ausfahrt des Parkhauses Ost wird durch die Zusatzemissionen der Planungsrichtwert für gemischtes Baugebiet unter-, jedoch der Richtwert für Wohngebiet überschritten.
Schadstoffuntersuchung
Die Untersuchung wurde für folgende Schadstoffe durchgeführt:
- Kohlenmonoxid (CO),
- Stickstoffdioxid (NO2),
- Dieselruß und
- Benzol.
Die Richtwerte für Zusatzimmissionen werden eingehalten, wenn gegenüber der Ein- und Ausfahrt des Parkhauses Ost im ersten Baublock Büronutzungen vorgesehen werden. Die Nordwestfassade des geplanten Hotels östlich des Parkhauses West muss geschlossen werden. Unter Einhaltung der vorgeschlagenen Maßnahmen treten bei den Anrainern und den Nutzern der MesseWienNeu keine unzumutbaren Lärm- und Schadstoffbelastungen auf und der durch die Bauvorhaben erzeugte Verkehr ist an den maßgeblichen Kreuzungen im Untersuchungsgebiet bewältigbar.
Details
Auftraggeber: Reed Messe Wien, FCP (Generalplaner), Magistrat der Stadt Wien MA21 A
Projektkoordination: Karin Gruber
Bearbeitungszeitraum: 2001 - 2002

