Generalverkehrsplan Österreich

Ausgangslage und Aufgabenstellung

Im März 2001 wurde angesichts verschärfter Verkehrsprobleme und begünstigt durch die Konzentration der Verkehrskompetenzen in einem Ressort ein neuer Anlauf genommen, ein bundesweites Verkehrskonzept auszuarbeiten. Ziel war, einen "strategischen Konsens" über die dringenden und wichtigen Infrastrukturprojekte zu erreichen. Dazu wurde eine Kommunikationsstruktur gewählt, die alle wesentlichen Handlungsträger der Verkehrspolitik einbezog. Innerhalb von elf Monaten konnte ein Ergebnis vorgelegt werden. Rosinak & Partner war für die GVP-Ö-Projektsteuerung verantwortlich.

Verfahrensstruktur und Aufgaben

GVP-Ö-Projektstruktur

Die GVP-Ö-Projektstruktur bestand aus einer Projektleitung, dem Expertenrat und einem Lenkungsausschuss. Die GVP-Ö-Projektleitung war aus 10 bis 15 Personen zusammengesetzt und fungierte als zentrales Gremium der inhaltlichen Arbeit.Der Expertenrat beurteilte als Beschlussorgan die von der Projektleitung vorgelegten Ergebnisse und berichtete an den Lenkungsausschuss, der aus der Verkehrsministerin und den Landeshauptleuten bestand. Zu den einzelnen Sachthemen wurden eigene Unterausschüsse eingerichtet, sie übernahmen die Bearbeitung ausgewählter Fragestellungen der Projektleitung. Von März bis Dezember 2001 waren etwa 35 Sitzungen der Gremien erforderlich. Um den Kommunikationsprozess zwischen allen Beteiligten offen zu halten, wurde im Intranet eine Plattform eingerichtet, die das gesamte Verfahren dokumentierte.

Ziele und Strategie

Die Strategie des Bundes spiegelt sich in folgenden Zielen wider:

  • den Wirtschaftsstandort Österreich stärken,
  • die Netze effizient und bedarfsgerecht ausbauen,
  • die Verkehrssicherheit erhöhen, die Finanzierung sicherstellen und
  • die Umsetzung erleichtern.

Wichtiger als Leitsätze sind Leitbilder, die strategische Absichten einprägsam vermitteln: die Konzentration auf intermodale Hauptkorridore und Knoten.

Korridore und Knoten - Straße und Schiene

Schwerpunkte

Aus mehr als 270 Projekten mit einem Gesamtvolumen von ca. 45 Mrd. € wurden in mehreren Bearbeitungs- und Diskussionsschritten Investitionspakete mit unterschiedlichen Zeithorizonten herausgearbeitet. Diese Investitionspakete umfassen Projekte, die unmittelbar begonnen bzw. innerhalb von zehn Jahren realisiert werden sollen. Die Investitionspakete spiegeln die vorhandenen Rahmenbedingungen für die Infrastrukturfinanzierung wider, setzen aber auch die Einführung der LKW-Maut ab 2003 mit einem durchschnittlichen Kilometersatz von 22 Cent (netto) voraus. Die kurzfristigen Investitionspakete mit einem Gesamtvolumen von 17,1 Mrd. € wurden mit Hilfe der Finanzierungsmodelle von SCHIG und ASFINAG beurteilt. Mit den vorhandenen Rahmenbedingungen und der LKW-Maut können diese Pakete finanziert werden. Die Entschuldung der Sondergesellschaften kann bei einer moderaten Erhöhung der Einnahmen (Benutzungsentgelte, Mauten) für die Straße bis etwa 2040, für die Schiene bis 2050 (Pakete 0 und 1a) dargestellt werden.

Details

Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Projektsteuerung und Moderation: Werner Rosinak
Projektmanagement: Andrea Weninger
Projektdatenbank, Internetplattform, GIS: Johann Fiby, Genia Ortis, Zeljka Musovic
Bearbeitungszeitraum: Mai 2001 - Januar 2002