UVE TBA Arnoldstein

Umweltverträglichkeitserklärung - Fachbereich Verkehr

Ausgangssituation

Die Kärntner Restmüllverwertungs GmbH plant in Arnoldstein eine Thermische Restmüllbehandlungsanlage (TBA) für den in Kärnten anfallenden Restmüll. Der von der Kärntner Landesregierung verordnete Standort der TBA liegt im Industriepark der EURO NOVA in Arnoldstein.

Die geplante Anlage hat einen Durchsatz von 10,7 Tonnen Restmüll pro Stunde. Bei einer jährlichen Betriebszeit von 7.500 Stunden ergibt das eine Kapazität von 80.000 Tonnen pro Jahr. Die thermische Behandlung des Restmülls erfolgt über eine Rostfeuerung nach dem Martin®-SYNCOM®-Verfahren. Die Abgasreinigungsanlage besteht aus Sprühabsorber, Gewebefilter, Aktivkoks-Festbettfilter und einer SCR-Anlage und ist abwasserfrei konzipiert. Die bei der thermischen Behandlung des Restmülls erzeugte Energie wird zur Produktion von Fernwärme, Prozesswärme und Strom verwendet.

Aufgabenstellung

Die Rosinak & Partner ZT GmbH wurde für den Fachbereich Verkehr der Umweltverträglichkeitserklärung beauftragt. Im Fachbereich Verkehr werden

  • der Ist-Zustand der bestehenden Verkehrsinfrastruktur,
  • die Änderungen des Verkehrsaufkommens und die Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt und
  • Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung von negativen Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt

beschrieben.

Der Standort aus verkehrlicher Sicht

Der Industrie- und Gewerbepark EURO NOVA wird derzeit über die B83 erschlossen. Seit Jahren sind generelle Planungen für eine Verlängerung der B111 Gailtal Straße bis zur B83 im Gange. Von der A2 (Anschlußstelle Hermagor) soll eine Verbindungsstraße in den Industrie- und Gewerbepark EURO NOVA und zur B83 führen. Mit dem Budgetbegleitgesetz 2001 (BGBl. I 142/2000) wurde der Straßenabschnitt der B111 zwischen der A2 und der B83 (Arnoldstein) in das Bundesstraßengesetz aufgenommen. Der Industrie- und Gewerbepark EURO NOVA weist auch ein eigenes Anschluss- und Verschubgleis mit Anbindung an die Gailtalbahn auf.

Verkehrslogistik Restmüllanlieferung

Die Anlieferung des Restmülls ist mit der Bahn und mit dem Lkw möglich. Für die Anlieferung des Restmülls wurden mehrere Varianten untersucht:

  • Variante 1 geht davon aus, dass ab einer Entfernung von ca. 30 km eine Anlieferung per Bahn prinzipiell möglich ist. Daraus ergibt sich für die Anlieferung des Restmülls eine Aufteilung von 70% per Bahn und 30% per Lkw.
  • Die Anlieferung mit der Bahn erfordert entweder neue Sammelfahrzeuge und/oder die entsprechende Infrastruktur an den Umlade- bzw. Verladestellen. Mit zunehmender Betriebsdauer ist von einer schrittweisen Zunahme des Bahnanteiles auszugehen. In der Variante 2 wird daher von einer Aufteilung von 30 % per Bahn und 70 % per Lkw ausgegangen.
  • Variante 3 berücksichtigt eine 100-prozentige Anlieferung per Lkw. Diese Variante dient der Prüfung der Leistungsfähigkeit des umliegenden Straßennetzes und der umweltrelevanten Auswirkungen (Lärm, Schadstoffe) im Sinne einer Maximalabschätzung.

Bei allen Varianten wurde ein Szenario ohne die Verbindungsstraße von der A2 zur B83 und ein Szenario mit der geplanten Verbindungsstraße untersucht.

Auswirkungen des Bauvorhabens

  • Der zusätzliche Verkehr auf der Schiene kann auch bei 70-prozentiger Anlieferung des Restmülls per Bahn über das bestehende Schienennetz abgewickelt werden.
  • Aufgrund der geringen Grundbelastungen reicht die Leistungsfähigkeit im Straßennetz auch bei einer 100-prozentigen Anlieferung des Restmülls per Lkw aus. Dies gilt auch für das Szenario ohne die geplante Verbindungsstraße zwischen der A2 und der B83.
  • Bei Errichtung der seit Jahren geplanten Verbindungsstraße von der A2 in den Industrie- und Gewerbepark EURO NOVA bzw. zur B83 (als Verlängerung der B111 Gailtalstraße) wird die derzeitige Zufahrt EURO NOVA entlastet.
  • Nach Inbetriebnahme der TBA Arnoldstein wird der Restmüll aus Kärnten ausschließlich zur TBA Arnoldstein transportiert und dort thermisch behandelt. Die Fahrten zu den Deponien entfallen. Durch den Gleisanschluß der TBA Arnoldstein können Transporte von Restmüll auch auf der Schiene durchgeführt werden.
  • Die zusätzlichen Verkehrsaufkommen während der Errichtung und des Betriebes der Anlage werden keine erheblichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben.

Details

Auftraggeber: Kärntner Restmüllverwertungs GmbH
Projektleitung: Karl Schönhuber
Bearbeitungszeitraum: 2000 - 2001