Verkehrskonzept Flughafen Wien

Ausgangssituation und Aufgabenstellung

Der Flughafen Wien-Schwechat (VIE) hat sich in den letzten Jahrzehnten überaus dynamisch entwickelt. In den nächsten zehn Jahren wird eine Verdoppelung des Passagieraufkommens auf ca. 20 Mio. Passagiere/Jahr erwartet. Die Anzahl der Beschäftigten am Wirtschaftsstandort Flughafen Wien wird bis zum Jahr 2015 von derzeit 10.000 auf ca. 17.000 ansteigen.

Angesichts dieses Nachfrageschubes plant die Flughafen Wien AG in den nächsten Jahren ein engagiertes Ausbauprogramm, das im Masterplan 2015 festgeschrieben ist. Für die Umsetzung des Masterplanes ist die Entwicklung eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes vorgesehen, das eine übergeordnete, langfristige Leitlinie darstellt.

Die Arbeitsgemeinschaft Itten+Brechbühl AG/Baumschlager Eberle GmbH wurde als Sieger des Wettbewerbes für die Neugestaltung des Flughafenareals mit der Weiterbearbeitung des städtebaulichen Gestaltungskonzeptes beauftragt. Die Aufgabe von Rosinak & Partner war es, das landseitige Verkehrskonzept auf Grundlage des Wettbewerbes weiterzuentwickeln und zu präzisieren. 

Ziele und Leitbild

Übergeordnete Leitziele sind

  • die Schaffung offener und flexibler Strukturen, die an wechselnde Anforderungen und Bedürfnisse anpassbar sind.
  • den Vorrang der Gesamtkonzeption vor einzelnen Teillösungen zu gewährleisten.
  • die Ausrichtung der geplanten Maßnahmen auf eine nachhaltige Nutzbarkeit und einen wirtschaftlichen Einsatz der Mittel.

Quelle: ARGE Itten + Brechbühl AG / Baumschlager Eberle GmbH
c/o P.ARC Baumschlager Eberle Gartenmann Raab GmbH

Das künftige landseitige Verkehrssystem soll Großzügigkeit, funktionelle Klarheit und Ordnung sowie eine hohe Gestaltungsqualität widerspiegeln. Konkret werden angestrebt:

  • Eine klare Führung der ankommenden und abfliegenden landseitigen Passagierströme, sowohl im Pkw-Verkehr als auch im öffentlichen Verkehr.
  • Attraktive Geh- und Aufenthaltsbereiche für Fußgänger.
  • Ein schnell erfassbares Leitsystem für die Parkflächen und Parkhäuser.

Verkehrskonzept

Die Kfz-Haupterschließung des Flughafenareals erfolgt über einen zwei- bzw. dreistreifigen Außenring, der als Einbahn funktioniert. Das rasterförmige Straßennetz innerhalb des Außenringes weist städtischen Charakter auf und ist im Gegenverkehr befahrbar. Dieses Erschließungssystem ermöglicht eine weitgehende Entflechtung des Passagierverkehrs vom flughafeninternen Verkehr sowie dem Verkehr des Office Parks. Die Zufahrt zu den Abflugterminals auf der Ebene +1 erfolgt über zwei separate Rampen. Im Abflug- und Ankunftsbereich sind für Passagiere großzügige überdachte Warte-, Einsteig- und Aussteigbereiche vorgesehen.

Quelle: ARGE Itten + Brechbühl AG / Baumschlager Eberle GmbH
c/o P.ARC Baumschlager Eberle Gartenmann Raab GmbH

Die Parkhäuser befinden sich entlang der Avenue, was eine klare Verkehrsführung und einfache Orientierung ermöglicht. Dem Abflug- und Ankunftsbereich sind Kurzparkplätze zugeordnet. Die Avenue dient als Fußgänger-Haupterschließung zwischen dem Flughafengebäude, den Parkhäusern und dem Office Park. Über eine Fußgänger-Passage im 1. Untergeschoß sind die Parkhäuser und auch der Bahnhof Flughafen Wien-Schwechat direkt erreichbar. Der bestehende Bahnhof wird dreigleisig nach Osten hin verlängert. Damit wird den zukünftigen Anforderungen (Flughafen-Shuttle, Flughafen-Schnellbahn, Fernzüge) entsprochen.

Quelle: ARGE Itten + Brechbühl AG / Baumschlager Eberle GmbH
c/o P.ARC Baumschlager Eberle Gartenmann Raab GmbH

Straßentypologie

Es wird eine Querschnitts-Typologie vorgeschlagen, die mit wenigen wiederkehrenden Elementen auskommt:

  • breite, durch Bepflanzungen gefasste Vorzonen bei den angrenzenden Nutzungen; diese Vorzonen können auch für Halten und Ladevorgänge flexibel - d. h. bedarfsorientiert - genutzt werden.
  • klar gegliederte Fahrflächen, mit mehreren verkehrstechnischen Optionen (Linksabbiegen in Garagen, zusätzliche Fahrstreifen bei Kreuzungen).

Details

Auftraggeber: ARGE Itten + Brechbühl AG / Baumschlager Eberle GmbH
Projektleitung: Michael Szeiler
Bearbeitungszeitraum: 2001