HL-Strecke Schwanenstadt-Salzburg

Ausgangslage und Aufgabenstellung

Auf Grundlage einer Verordnung des zuständigen Bundesministers vom 29. Januar 1990 plant die Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG den Streckenabschnitt Attnang-Puchheim (Schwanenstadt) - Salzburg als Hochleistungsstrecke. Ausgehend von den Zielsetzungen der Österreichischen Bundesbahnen ist in diesem Abschnitt eine zweigleisige Neubaustrecke für den Personen- und Güterverkehr vorgesehen, die bestehende Trasse der Westbahn soll künftighin überwiegend dem ÖPNV dienen. Für die Neubaustrecke gibt es mehrere Trassenvarianten.

Bei den Planungen wurde ein erhebliches Konfliktpotenzial offenkundig, das grundsätzliche Fragen über die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit einer zweigleisigen Neubaustrecke entstehen ließ. Im Jahr 2000 wurde ein umfassender Fragenkatalog entwickelt und zwischen dem BMVIT, den Ländern Oberösterreich und Salzburg und den Gemeindevertretern abgestimmt. Zu klären war, ob ein viergleisiger Ausbau notwendig und zweckmäßig ist. Dazu wurde das Gutachterteam Intraplan (München), IPE und Rosinak & Partner (Federführung) beauftragt.

Ergebnisse

Die Untersuchung der Streckenfunktionen hat ergeben, dass die Westbahn für den Personenfernverkehr und für den innerösterreichischen Güterverkehr von besonderer Bedeutung ist und durch keine andere Strecke ersetzt werden kann. Im internationalen Güterverkehr Richtung Deutschland verläuft die Hauptroute über die Strecke Wels - Passau. Die Strecke Neumarkt - Ried - Braunau - München ist funktional weitgehend unabhängig von der Westbahn.

Durch den Einsatz von Neigezügen wäre ein durchgehender viergleisiger Ausbau im Abschnitt Salzburg - Schwanenstadt nicht mehr notwendig. Vorgeschlagen wurde ein stufenweiser Ausbau, durch den die angestrebten Verkehrsqualitäten im Personenverkehr und ausreichende Kapazitäten im Güterverkehr erreicht werden können:

  1. Adaptierung der zweigleisigen Bestandsstrecke Wels - Salzburg für die Neigezugtechnik.
  2. Viergleisige
    Ausfahrt aus Salzburg Hbf. in Richtung Wien und Fortsetzung mit einer
    neuen zweigleisigen Strecke, einem Tunnel bei Hallwang und Einbindung
    der neuen Trasse in den Bf. Seekirchen.
  3. Untersuchung des
    zweigleisigen Streckenabschnittes Seekirchen - Schwanenstadt in
    Hinblick auf allfällige zusätzliche lokal begrenzte Ausbauerfordernisse
    geringeren Umfangs, die sich aus der Betriebsqualität, der
    erforderlichen Leistungsfähigkeit, dem NAVIS-Takt und der Zielfahrzeit
    Linz - Salzburg (= 58 Minuten) begründen.

Dieses stufenweise Ausbaukonzept ist auf die längerfristige Verkehrsnachfrage abgestimmt: Im Personenverkehr können die Taktknoten Linz und Salzburg mit einer Fahrzeit unter einer Stunde realisiert werden, im Güterverkehr sind über den Prognosehorizont 2015 hinausgehende Zuwächse bewältigbar. Die Anbindung Salzburgs an das europäische Hochleistungsstreckennetz ist gewährleistet.

Das vorgeschlagene Ausbaukonzept setzt voraus, dass die Neigezugtechnik zum Einsatz kommt und dass die ÖBB-Vorgaben an die Streckenplanung adaptiert werden.

Details

Auftraggeber: Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG
Projektleitung: Werner Rosinak
Projektbearbeitung: Andrea Weninger
Projektpartner: IPE und Intraplan München
Bearbeitungszeitraum: August 2000 - Oktober 2001