Ausgangssituation
Der Schwarzenbergplatz am Rand der Wiener Innenstadt hat viele Ansprüche zu erfüllen:
- Als öffentlicher Freiraum soll der Platz ein Aushängeschild der Stadt sein, eine attraktive Nachbarschaft für historisch und kulturell bedeutende Gebäude, wie das Palais Schwarzenberg, das Konzerthaus und das Akademietheater.
- Als Knoten im Netz des öffentlichen Verkehrs verknüpft er die Straßenbahnlinien 1, 2, 71 und D sowie die Buslinie 4A.
- Als Teil des hochrangigen Straßennetzes der Stadt Wien verbindet der Schwarzenbergplatz im Zuge der Hauptstraße B1 die Lothringerstraße mit dem Heumarkt und verknüpft die B1 mit drei weiteren städtischen Hauptverkehrsstraßen – der Ringstraße, dem Rennweg und der Prinz-Eugen-Straße.
Seit mehr als 25 Jahren wird ein Umbau des Schwarzenbergplatzes überlegt. Zahlreiche Entwürfe haben versucht, den Ansprüchen gerecht zu werden. Die Sanierung wurde bisher immer wieder verschoben, keiner der Entwürfe schaffte es, alle Beteiligten zu überzeugen. Der Straßenzustand ließ einen weiteren Aufschub des Umbaus nicht mehr zu.
Gutachterverfahren
In dieser Situation entschied sich die Stadt Wien im Jahr 1997 für einen neuen Anlauf: Ein internationales Gutachterverfahren – ähnlich einem Gestaltungswettbewerb – sollte neue, spannende Entwürfe für den Schwarzenbergplatz liefern. Als Grundlage für das Gutachterverfahren war zunächst eine neue Verkehrslösung für den Platz gesucht: Im Auftrag der MA28 - Straßenverwaltung und Straßenbau entstand ein Vorentwurf, der verkehrstechnisch überprüft und abgestimmt wurde. Die neue Verkehrslösung verzichtet auf die bestehende Fahrbahn vor dem Hochstrahlbrunnen und schafft dadurch mehr Gestaltungsspielraum. Die Hauptstraße B1 wird auf die Route Lothringer Straße - Johannesgasse verlegt. Die Verkehrsflächen sind insgesamt kompakter und klarer geordnet.
Siegerprojekt
1998 fand das Gutachterverfahren statt: „vienna limelight“ ist der Name des Siegerprojektes von Alfredo Arribas, Barcelona. Die Verkehrslösung des Vorprojektes wurde vom Architekten nahezu unverändert übernommen.
vienna limelight
„Das Projekt nutzt die hohe Präsenz der Verkehrszeichen, diese erfahren gleichzeitig eine Erneuerung und eine Fortsetzung der Platzarchitektur. ... Dieses Projekt ist Ausdruck der städtebaulichen Komplexität – Beleuchtung und Menschenströme wirken der klassizistischen Ordnung und Schmucklosigkeit entgegen. Bei Tageslicht bleibt die aktuelle Symmetrie und Schlichtheit des Platzes weitgehend erhalten. ... Bei Nacht wird die Symmetrie der Gebäude und des Platzes entlang der Hauptachse – von der Ringstraße bis zum Schwarzenbergplatz – durch ein Beleuchtungskonzept verstärkt,“ – soweit Architekt A. Arribas.
Das Detailprojekt
Das Detailprojekt erstreckt sich von der Operngasse über den Karlsplatz und den Schwarzenbergplatz bis zur Lothringer Straße bzw. Am Heumarkt und reicht bis zum Stadtpark beim Hotel Hilton. Neben dem Schwarzenbergplatz geht es vor allem um eine Linienführung für die Hauptstraße B 1, sie verläuft nunmehr gebündelt in der Lothringer Straße. Im Vordergrund standen die Gestaltungsqualität des öffentlichen Raumes und der öffentliche Verkehr; es entstanden aber auch Radrouten von mehr als 5 km Länge. Unsere Leistungen betrafen das Straßendetailprojekt samt Ausschreibung und die Leistungen der Baukoordination. Für die Bauzeit entwarfen wir gemeinsam mit der MA 28 detaillierte Bauphasenpläne, damit die Verkehrsabwicklung auch während der zweijährigen Bauzeit funktionierte. Im Jahr 2002 wurde mit den Umbauarbeiten begonnen. Ende 2003 wurde der Schwarzenbergplatz für den Verkehr freigegeben. Im Frühjahr 2004 wurden die große zusammenhängende Freifläche um den Hochstrahlbrunnen sowie der neue Park beim Freiheitsmonument fertig gestellt, danach wurden die Lothringer Straße und Am Heumarkt umgebaut. Die Realisierungskosten des gesamten Projekts betragen ca. 25 Mio. Euro.
Präsentationslageplan Rosinak & Partner
Details
Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, MA 28, MA 46
Projektleitung: Werner Rosinak, Barbara Smrzka, Erwin Umlauf
Bearbeitungszeitraum: 1997 – 2005

