Regionalverkehrskonzept Feldbach

Ausgangssituation

Der Bezirk Feldbach liegt im oststeirischen Hügelland, mitten im steirischen Thermen- und Vulkanland. Das Raabtal bildet die verkehrliche und siedlungsstrukturelle Hauptachse. Die Region befindet sich derzeit noch an der EU-Außengrenze, allerdings haben die wirtschaftlichen und funktionellen Verflechtungen mit den Nachbarstaaten in den letzten Jahren zugenommen.

Besonders im öffentlichen Verkehr ist die Erreichbarkeit der Region schlecht. Die ÖV-Fahrzeiten in die lokalen Zentren und nach Graz sind teilweise doppelt so lang wie mit dem Auto.

Grundsätze

Da die Verkehrspolitik besser oder schlechter erreichbare Standorte „produziert“, leiten sich die notwendigen Erreichbarkeiten aus den Anforderungen und Zielen der Standortpolitik – das heißt der Wirtschaftspolitik – ab. In der Region Feldbach sollen daher folgende Prioritäten gesetzt werden:

  • Konzentration auf die äußere Anbindung der Region im motorisierten Individual-verkehr zur Aufwertung der Betriebsstandorte im Raabtal entlang der B68.
  • Anhebung der ÖV-Qualitäten in der Region.
  • Bewusstseinsbildung.

Maßnahmen

 

(1) Straßenausbau im Raabtal

Die B 68 Feldbacher Straße soll als regionale Hauptverbindung den Wirtschaftsstandort Raabtal attraktiv mit der A 2 verbinden. Derzeit ist die zweistreifige Straße mit 7.000 Kfz/24 h belastet, der häufige landwirtschaftliche Verkehr beeinträchtigt jedoch die Verkehrsqualität. Damit die B 68 ihre Funktion als attraktive Verbindung der Region mit der A 2 erfüllen kann, müssen Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrsqualität gesetzt werden. Es wird empfohlen, unter Beibehaltung des zweistreifigen Querschnitts Bestandsverbesserungen zwischen der A 2 und Studenzen vorzunehmen und eine Verlegung der B 68 auf die L 201. Die B 68 soll über den ganzen Verlauf als Autostraße ausgebaut werden.

(2) Anschlussstellen

Eine neue Anschlussstelle der B 66 an die A 2 westlich von Ilz verbessert die Erreichbarkeit der Region Feldbach zum Grazer und Wiener Zentralraum. Auf die neue Verknüpfung der A 2 – S 7 ist in diesem Zusammenhang hinzuweisen.
Weiters soll für eine verbesserte Erreichbarkeit der A 9 eine Straßenverbindung zwischen der Anschlussstelle Ostspange Leibnitz und der B 73 errichtet werden.

(3) Landesstraßen B und L (Bauprogramm)

Dem verkehrlichen Leitbild und der funktionellen Gliederung des Straßennetzes entsprechend wurde ein Bauprogramm mit einer Prioritätenreihung entwickelt. In der ersten Prioritätsstufe (kurzfristig bis 2008) sind z. B. die Vorhaben auf dem Straßenzug B 68 –
B 57 zwischen der Anschlussstelle Gleisdorf und Fehring sowie Straßenzustandsverbesserungen enthalten.

(4) Stufenkonzept der Steirischen Ostbahn

Die Hauptachse des öffentlichen Verkehrs ist die Steirische Ostbahn, für die gemäß dem „Steirertakt“ ein 60-Minuten-Takt mit lastrichtungsbezogenen Verstärkerzügen in der Hauptverkehrszeit anzustreben ist. In einer ersten Stufe soll die derzeit eingleisige Strecke bis 2006 mit drei Doppelspurinseln (Ausweichen) ausgestattet werden, um den Personenverkehr ohne Verzögerungen durchzuleiten.
Neben dem Bau der Ausweichen ist auch geplant, die Streckenhöchstgeschwindigkeiten abschnittsweise anzuheben und das Taktangebot zu verdichten. Neue Fahrzeuge (Regio-Shuttle Wendezüge) kommen spätestens 2005 zum Einsatz.

(5) Angebotsverbesserungen Bus

Die Linie 440 von Kirchberg/Raab nach Graz sowie Linien von Gnas über St. Stefan i. R. und Hausmannstätten nach Graz bilden die Hauptachse im Busverkehr. Hier soll werktags ein 60-Minuten-Takt mit lastrichtungsbezogenen Verstärkern in den Hauptverkehrszeiten und im Spätverkehr sowie an Sonn- und Feiertagen ein 120-Minuten-Takt eingerichtet werden.

Die geringer frequentierten Buslinien sollen in den Hauptverkehrszeiten mit Linienbussen betrieben werden (Arbeitspendler und Schüler), in den übrigen Tagesstunden und an Sonn- und Feiertagen, an denen heute kaum ÖV-Verbindungen bestehen, sollen flexible, bedarfsgesteuerte Verkehrssysteme (AST) eingesetzt werden. Diese Systeme dienen dann auch dem Tourismusverkehr, für den heute ein eher geringes Angebot besteht.

Das Regionale Verkehrskonzept Feldbach wurde gemeinsam mit den Vertretern der Gemeinden, des Landes und der Region erarbeitet.

Details

Auftraggeber: Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Projektkoordination: Werner Rosinak, Sepp Snizek
Projektbearbeitung: Andrea Weninger (Rosinak & Partner), Martin Hulmak, Markus Pichler (Snizek Verkehrsplanung)
Projektdauer: September 2002 – Oktober 2003