Ausgangssituation
Im Projektabschnitt vom Schwarzenbergplatz bis zur Straße Am Heumarkt verläuft die Hauptstraße B 1 auf zwei Routen:
- In Richtung Karlsplatz auf der Route Am Heumarkt – Johannesgasse – Lothringerstraße - Schwarzenbergplatz.
- In Richtung Donaukanal auf der Route Schwarzenbergplatz – Lothringerstraße – Lisztstraße – Am Heumarkt.
Die Leistungsfähigkeit dieser Routen wird ausschließlich durch die Kreuzungsverhältnisse (VLSA-Steuerung) bestimmt. Unter Einbeziehung der Ringstraße stellen sich die Verkehrsbelastungen wie folgt dar:
- Im Gesamtquerschnitt der Hauptstraße B 1 beträgt die Verkehrsbelastung rund 35.000 Kfz/Tag.
- Zwischen dem Schwarzenbergplatz und der Straße Am Heumarkt sind die Richtungsbelastungen stark asymmetrisch. Ein Großteil des Verkehrs in Richtung Karlsplatz wird über die Ringstraße abgewickelt. Zwischen dem Schwarzenbergplatz und der Straße Am Heumarkt verlaufen rund zwei Drittel des Verkehrs in Richtung Donaukanal.
Der Fahrbahnzustand der Lothringerstraße zwischen der Lisztstraße und der Johannesgasse ist schlecht. Für Fußgänger sind keine gesicherten Querungsmöglichkeiten zum Beethovenplatz vorhanden.
Die Grünfläche der Mittelzone zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen der Lothringerstraße ist weitgehend ungeordnet. Insbesondere zum Schwarzenbergplatz hin wird die Mittelzone als Parkplatz verwendet.
In der Listzstraße existiert auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens kein attraktives Vorfeld vor dem Akademietheater.
Die Umweltsituation des Wohnviertels an der Straße Am Heumarkt wird wesentlich durch die hohe Verkehrsbelastung (20.000 Kfz/Tag) geprägt.
Vorgeschichte
Der Abschnitt Lothringerstraße – Johannesgasse der Hauptstraße B 1 ist seit vielen Jahren Gegenstand verkehrlicher Planungen. Das ausgearbeitete Straßendetailprojekt basiert auf dem Vorprojekt 1997 der MA 18 und ist auf die Anschlussprojekte im Verlauf der B 1 (Schwarzenbergplatz, Am Heumarkt) abgestimmt. Im Zuge des Vorprojekts wurden folgende Ziele formuliert, die auch bei der Ausarbeitung des Straßendetailprojekts maßgebend waren:
- Bündelung des übergeordneten Verkehrs auf eine Route.
- Schutz besonders exponierter Wohngebiete (Am Heumarkt) und sensibler Nutzungen (Akademisches Gymnasium).
- Erhöhung der Verkehrssicherheit, vor allem durch gesicherte Querungen für den Fußgänger- und Radverkehr.
- Verkehrsberuhigung und großzügige Vorlandgestaltung vor dem Konzerthaus und dem Akademietheater.
- Städtebaulich adäquate Freiraumgestaltung, vor allem im Bereich der Wientalschneise.
Das Projekt
Der Kfz-Verkehr wird auf der Route Schwarzenbergplatz – Lothringerstraße – Johannesgasse – Am Heumarkt gebündelt. Zwischen dem Schwarzenbergplatz und der Lisztstraße sind die Richtungsfahrbahnen der Lothringerstraße durch die breite Mittelzone getrennt. Zwischen der Lisztstraße und der Johannesgasse erhält die Lothringerstraße einen asymmetrischen Querschnitt mit zwei Fahrstreifen Richtung Donaukanal und einem Fahrstreifen Richtung Karlsplatz. Die bestehende Richtungsfahrbahn nördlich der Mittelzone wird verkehrsberuhigt. Vor dem Konzerthaus und dem Eislaufverein wird ein breites Vorland geschaffen. Für FußgängerInnen sind neue gesicherte Querungen über die Lothringerstraße bei der Kreuzung Lisztstraße und auf der Höhe des Akademischen Gymnasiums vorgesehen. Für den Radverkehr werden neue, baulich getrennte Anlagen errichtet. Die Mittelzone wird von Architekt Prof. Gsteu gestaltet.
Die Lisztstraße wird nur mehr von öffentlichen Bussen und Taxis befahren.
Die Straße Am Heumarkt erhält vom Schwarzenbergplatz bis zur Johannesgasse pro Richtung nur mehr einen Fahrstreifen mit angrenzenden Mehrzweckstreifen.
Details
Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, MA 28
ProjektleiterIn: Barbara Smrzka, Erwin Umlauf (seit 2002)
Bearbeitungszeitraum: seit 1999, Bau: 2004

