Das Bauprojekt
Mit dem Neubau des Hauptbahnhofes sowie der Errichtung der Nahverkehrsdrehscheibe und des Landesdienstleistungszentrums für Oberösterreich wird eines der größten Bauvorhaben in der Stadt Linz seit dem Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg realisiert. Bauherren sind die Linz AG, die ÖBB sowie die Real-Treuhand. Die Entwürfe stammen von den Architekturbüros Holzbauer, Neumann & Steiner sowie Kaufmann & Partner.
Der neue Hauptbahnhof besteht aus drei Teilen:
- die ÖBB-Bahnhofshalle, dem so genannten Aufnahmegebäude; dieses besteht aus einer Haupthalle, einem ersten Obergeschoss für Restaurants und den beiden Untergeschossen mit dem Servicebereich der ÖBB, Geschäftsflächen und der Anknüpfung an die Straßenbahn;
- die Nahverkehrsdrehscheibe mit der unterirdischen Einbindung der Straßenbahnlinien 1, 2, 3 sowie mit neuem Busterminal für städtische und regionale Linien aller Busgesellschaften, weiterhin der Einbindung der Linzer Lokalbahn LILO;
- der neue Bürokomplex für das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung; dort werden die auf das gesamte Stadtgebiet verstreuten über 50 Adressen des Landes unter einem Dach zusammengeführt; in der zweigeschossigen Tiefgarage werden ca. 1.000 Stellplätze für Bedienstete des Landes und für Bahnkunden zur Verfügung stehen.

Quelle: www.linz.at/futurelinz
Aufgabenstellung
Der Auftrag der Bauherren beinhaltete die Erstellung einer Verkehrsuntersuchung für das gesamte Projektareal mit den Anbindungen an die Kärntner Straße. Es wurden
- die Verkehrserzeugung der geplanten Nutzungen ermittelt;
- der Stellplatzbedarf ermittelt;
- die bestehenden Kreuzungen mit der Kärntner Straße auf ihre Leistungsfähigkeit hin überprüft bzw. die Ein- und Ausfahrten des Busterminals und der Tiefgarage im Landesdienstleistungszentrum neu geplant;
- an der Planung der Anlagen für den Fußgänger- und Radverkehr mitgearbeitet;
- die funktionelle Gestaltung in der Bahnhofs- und Postvorfahrt mit Anordnung der Stellplätze überarbeitet;
- die Garage des Landesdienstleistungszentrums auf ihre Funktionsfähigkeit und Sicherheit geprüft und optimiert;
Fußgängerverkehr
Künftig werden ca. 42.000 Fahrgäste pro Tag den Linzer Hauptbahnhof frequentieren. Im Bestand erreichen ca. 40% der Ein- und Aussteiger den Bahnhof zu Fuß. Mit Inbetriebnahme der Nahverkehrsdrehscheibe wird sich das ÖV-Angebot verbessern, der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen zunehmen und somit der Anteil der zu Fuß Gehenden geringfügig reduziert (Modal Split). Nach Fertigstellung des Bahnhofs werden ca. 15.000 bis 16.000 Fahrgäste pro Tag den Bahnhof zu Fuß erreichen.
Der Hauptfußgängerstrom zwischen Bahnhof und Stadtzentrum wird über den neuen Bahnhofsvorplatz sowie in der Kärntner Straße entlang des neuen Landesdienstleistungszentrums verlaufen. Im Bahnhofspark werden in Zusammenhang mit der gesamten Bahnhofsgestaltung die Wege neu angelegt.

Radverkehr
Entlang des Landesdienstleistungszentrums in der Kärntner Straße wird ein Zweirichtungsradweg angelegt. Im gesamten Bahnhofsbereich werden ca. 1.400 neue Fahrradabstellanlagen errichtet, u.a. am Bahnhofsvorplatz, im Landesdienstleistungszentrum sowie am Zugang zu den Nahverkehrsgleisen.
Öffentlicher Verkehr (ÖV)
Im neuen Bahnhofsgebäude wird mit der unterirdischen Führung der Straßenbahn der direkte Zugang zwischen Linz Linien und ÖBB möglich. Für den Busverkehr wird ein Terminal neben dem Bahnhofsvorplatz, -integriert in das Gebäude des Landesdienstleistungszentrums, errichtet Dieses Terminal wird über zwei neue Zu- und Abfahrten mit der Kärntner Straße erschlossen. Entlang der Kärntner Straße werden Busspuren mit Doppelhaltestellen errichtet.
Motorisierter Individualverkehr (MIV)
Im MIV werden am neuen Hauptbahnhof Linz an einem Werktag ca. 6.500 Fahrten erzeugt, wobei ca. 370 Zu- und 280 Abfahrten auf die Vormittagsspitzenstunde sowie ca. 400 Zu- und 400 Abfahrten auf die Nachmittagsspitzenstunde entfallen. Die Bedeutung der Kärntner Straße nimmt auf Grund der geplanten Nutzungen im Bahnhof sowie wegen der geplanten Verkehrsverlagerungen im Stadtzentrum zu. Von der Stadt Linz wird ein vierspuriger Ausbau der Kärntner Straße geplant.
Im gesamten Planungsgebiet werden ca. 1.700 PKW-Stellplätze zur Verfügung stehen. Diese befinden sich größtenteils in der Tiefgarage des Landesdienstleistungszentrums sowie im ÖBB-Parkdeck. An der Oberfläche vor dem Aufnahmegebäude und der Post werden vorwiegend Kurzparkplätze errichtet.
Details
Auftraggeber: Linz AG, ÖBB und Real-Treuhand
Projektleiterin: Katharina Kühne
Bearbeitungszeitraum: 2000 - 2002

