Walk21 - Fußgängerkonferenz in Den Haag

„Als Fußgänger werden wir geplant?“ fragte die Hotelrezeptionistin erstaunt, als ich ihr von meiner Teilnahme an der Fußgängerkonferenz berichtete. Nein und Ja könnte man antworten. Lange Zeit wurden FußgängerInnen nicht als gleichwertige VerkehrsteilnehmerInnen angesehen und bei Planungen kaum berücksichtigt. Verkehrsplanerische Relikte aus dieser Zeit sind in Österreich an mancher Ortsdurchfahrt zu sehen, wo Gehsteige plötzlich verschwinden, während eine Fahrbahn mit durchgehend 6,50 m Breite den Ort durchzieht.

Die Bedeutung des Fußgängerverkehrs in der heutigen Verkehrsplanung wird anhand der 350 KonferenzteilnehmerInnen aus allen Kontinenten sichtbar. Dabei geht es für FußgängerInnen oft um mehr als das Fortbewegen von A nach B. FußgängerInnen flanieren in Einkaufsstraßen, spazieren in Parks, verweilen auf Plätzen, warten auf öffentliche Verkehrsmittel, unterhalten sich mit Bekannten.

Die wichtigsten Themen der Konferenz waren die Bedürfnisse der FußgängerInnen, Verkehrssicherheit, Gesundheitsaspekte, die Mobilität einer alternden Gesellschaft und die Qualität des öffentlichen Raumes. Eine attraktive Gestaltung ist – im wahrsten Sinne des Wortes – notwendig, damit Straßen und Plätze auf FußgängerInnen anziehend wirken.

Das Gestaltungsprinzip des Shared SpaceTM wurde intensiv und emotional diskutiert. Kontroversielle Ansichten gibt es, ob Shared Space ohne Geschwindigkeitsbeschränkung für Autos und ohne Vortrittsrecht für FußgängerInnen langfristig funktionieren kann. Im steirischen Gleinstätten können sich seit September dieses Jahres Interessierte selbst ein Bild machen. Dort ist seit September 2010 der erste offizielle Shared SpaceTM in Österreich in Betrieb.

Links:
www.walk21.com
www.walk-space.at


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