Radfahren durchs Lauteracher Ried

Die Gemeinden Lauterach, Lustenau, Hard, Höchst, Wolfurt, Fußach, Gaißau, Schwarzach und Dornbirn haben vor zwei Jahren eine Petition an das Land Vorarlberg gestellt mit dem Anliegen, für den Alltagsradverkehr attraktive und schnelle Verbindungen durch das Ried zu schaffen. Die Durchquerung des Rieds mit dem Fahrrad ist im Alltagsradverkehr derzeit nur erschwert möglich. Entweder müssen große Umwege in Kauf genommen oder stark befahrene, sehr schmale Landesstraßen mitgenutzt werden. Viele Riedwege sind nicht staubfrei und deshalb bei Regen und bei Schnee schlecht befahrbar.

Gemeinsam mit den Gemeinden hat daher das Land im Frühjahr 2017 einen Planungsprozess gestartet, bei dem derzeit Vorschläge für eine Radroute durch das Ried kooperativ – unter Einbeziehung aller Interessen – entwickelt werden. Besonders schwierig ist dabei die Argumentation und Beurteilung der umweltfreundlichen Verkehrsart, die wiederum aus umweltrechtlichen Gründen (starke Beeinträchtigung des Wachtelkönigs und des Kiebitz, mehr Hunde durch mehr Spaziergänger, mehr Reiter durch die Attraktivierung von Wegen, mehr Flächenverbrauch,...) Wirkungen auf das Natura 2000 Gebiet hat.

Gemeinsam mit Planoptimo Büro Dr. Köll und Revital Integrative Naturraumplanung wurden in einer mehrstufigen Analyse elf mögliche Routen durch das Ried identifiziert und auf ihre Wirkungen untersucht. Als Ergebnis dieser Analyse konnten sieben Routen ausgeschieden werden, weil sie mit der sensiblen Natursituation aber auch mit den Interessen der Landwirtschaft und anderer Nutzungen nicht vereinbar sind. Nach einer vertieften Untersuchung wurden die Ergebnisse im Sommer 2018 präsentiert.

Eine Radroute durchs Lautracher Ried für AlltagsradlerInnen ist ein wesentlicher Lückenschluss im Landesradroutennetz Vorarlbergs und kann als internationales Referenzbeispiel für zukünftige Radwegprojekte in Naturschutzgebieten dienen.

 

 

Projektinfos

Auftraggeber: 
Marktgemeinde Lauterach (gefördert vom Amt der Vorarlberger Landesregierung)
Projektteam: 
Andrea Weninger
Wolfgang Pfefferkorn
Projektpartner: 
Planoptimo Büro D. Köll, Revital Integrative Naturraumplanung
Zeitraum: 
2017-2018