Zur Apokalypse

Die Vorschläge der VerkehrsplanerInnen treffen stets auf ein verkehrspolitisches – und damit parteipolitisches – Umfeld. So ist es vorhersehbar, dass Projekte, die aus der Perspektive der PlanerInnen vermeintlich harmlos sind, von oppositionellen Kräften als Weg in den Weltuntergang kritisiert werden. Das trifft vor allem dann zu, wenn Nachteile für AutofahrerInnen und parkende Autos vermutet werden.
Nun zeigt aber alle Erfahrung, dass die Schwarmintelligenz des Autoverkehrs nicht unterschätzt werden darf: Auf neue Situationen wird nach einer Schrecksekunde sinnvoll reagiert – das angesagte Chaos findet einfach nicht statt! Die jüngste Einbautenerneuerung in der Währinger Straße in Wien ist ein wunderbares Beispiel: Man kann den Eindruck gewinnen, der Verkehr läuft im heftig kritisierten Umleitungsmodus besser als vorher. Dies ist natürlich einer umfassenden Information im Vorfeld des Vorhabens geschuldet; trotzdem müssen die Verantwortlichen – Bezirkspolitik und Verwaltung – in dieser Phase offensichtlich vorgezogene Wahlkämpfe, die Wiens Altbürgermeister einmal als fokussierte Unintelligenz bezeichnet hat, aushalten.
Für PlanerInnen gilt: Man kann die Schwarmintelligenz des Autoverkehrs zwar nutzen, sie ersetzt aber nicht gute Vorschläge.